Oracle präzisiert und modifiziert die Regelungen beim Einsatz auf AWS und MS Azure

Ende Januar 2017 hat Oracle das Customer Facing Document Licensing Oracle Software in the Cloud Computing Environment aktualisiert.

Dieses Dokument beschreibt die Regelungen zur Lizenzierung von Oracle-Produkten beim Einsatz in den Cloud-Umgebungen von Amazon EC2, RDS und früher S3 sowie von Microsoft Azure, gemeinsam „Authorized Cloud Environments“ genannt.

Bisher galt, dass jeder virtuelle Core einem physikalischen Core gleichgesetzt wurde, was für alle Produkte galt, die per Prozessormetrik lizenzierbar waren. Bei Produkten mit „Standard Edition“ im Namen wurden für je 4 vCores eine Prozessorlizenz benötigt.

Dies wurde nun wie folgt geändert und gilt für alle in diesem Dokument gelisteten Programme (alle wichtigen DB-, Middleware- und BI-Produkte). Es erfolgte eine Präzisierung, da bislang nicht vollständig klar war, was bei der Regel „1 vCPU = 1 physCore“ der jeweilige physikalische Core war. In der Praxis hat man dann jeweils einen Intel-Xeon Core angenommen und bei der Ermittlung der notwendigen Prozessorzahl den Prozessorfaktor von 0,5 verwendet. Diese Unsicherheit ist nun beseitigt worden:

Bei Mircrosoft Azure wird nun für jeden Azure CPU Core eine Oracle Prozessorlizenz benötigt. Bei Produkten mit „Standard Edition“ im Namen werden für je 2 Azure CPU Cores eine Prozessorlizenz benötigt (bis max 8 Azure CPU Cores pro Azure-Instanz bei DB SE und bis max. 4 Azure CPU Cores pro Azure-Instanz bei DB SE1 und DB SE2).

Bei Amazon EC2 und Amazon RDS gilt:
Ist Hyperthreading bei der Instanz eingeschaltet, ändert sich gegenüber der alten Regelung nichts:
Alt mit Hyperthreading: 1 vCore=1 physCore = 0,5 Proz (weil man Intel-Xeon angenommen hat), also 2 vCore = 1 Proz
Neu mit Hyperthreading: 2 vCore = 1 Proz

Für AWS-Instanzen, bei denen kein Hyperthreading aktiviert ist, und das sind  nur T2 und M3.medium, verdoppeln sich die Lizenzkosten:
Alt ohne Hyperthreading: 1 vCore=1 physCore = 0,5 Proz (weil man Intel angenommen hat), also 2 vCore = 1 Proz
Neu ohne Hyperthreading: 1vCore = 1 Proz

Bei Produkten mit Standard Edition im Namen werden für je vier vCPUs eine Prozessorlizenz benötigt (bis max 16 vCPUS pro AWS-Instanz bei DB SE und bis max. 8 vCPUs pro AWS-Instanz bei DB SE1 und DB SE2).

 

Die Anwendung der Faktoren der Processor Core Factor Table wird bei Lizenzierung auf diesen „Authorized Cloud Environments“ explizit ausgeschlossen.

Fazit:
Beim Einsatz von Oracle Produkten auf Microsoft Azure verdoppeln sich bei gleichbleibender Architektur also die Lizenzkosten.
Ob sie sich beim Einsatz von Amazon EC2 und/oder Amazon RDS verdoppeln, hängt davon ab, ob Hyperthreading bei der jeweiligen Instanz aktiviert ist oder nicht. Als Kunde kann ich über die Auswahl des Instanztyps steuern, ob Hyperthreading aktiv ist oder nicht: „Jede vCPU ist ein Hyperthread eines Intel Xeon-Kerns. Ausnahmen sind T2 und m3.medium.“ Quelle: https://aws.amazon.com/de/ec2/instance-types/
Die Lizenzkosten verdoppeln sich also nur für AWS-Kunden, die die Instanztypen T2 bzw. M3.medium nutzen. Diese Kunden sollten darüber nachdenken, ob der Wechsel auf einen Instanztyp mit Hyperthreading möglich und wirtschaftlich ist.

 

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