Weitere Informationen zur DB SE2

Inzwischen gibt es weitere Informationen zur DB SE2, die die DB SE1 und die DB SE ablösen wird. Hier mein aktueller Kenntnisstand:

Herunterladbar (als Version 12.1.0.2): http://www.oracle.com/technetwork/database/enterprise-edition/downloads/index.html

In den Preislisten vom 01.09.2015 ist sie auch schon drin. Mit dem Preis der DB SE. Online verfügbar ist die US-Preisliste: http://www.oracle.com/us/corporate/pricing/technology-price-list-070617.pdf
Regeln:
Einsetzbar auf Servern mit max. 2 Sockets, insgesamt technisch limitiert auf 16 CPU-Threads pro Datenbank. Nicht installiert werden darf auf:

  • … einem 4- oder mehr Socket Server mit nur 2 gefüllten Sockets.
  • … Servern mit 4 oder mehr Sockets mit Hardpartitioning, bei der der VM nur 2 Sockets zugewiesen wurden
  • … Servern, bei denen Cores im BIOS abgeschaltet wurden um darüber einen physikalisch besetzten Socket als leer erscheinen zu lassen.

RAC ist in der Lizenz enthalten, aber nur als 2-Socket RAC, also 2 Knoten als Ein-Sockel-Server. Dabei limitiert auf 8 CPU-Threads per Server.

Oracle definiert einen Ein-Sockel-Server als (neu seit 10.09.2015):

  • Ein Server mit nur einem vorhandenen Socket
  • Ein Zwei-Socket-Server, bei dem nur ein Socket gefüllt ist
  • Ein Zwei-Socket-Server mit beiden Slots gefüllt, bei dem Hardpartitioning verwendet wird um die Oracle-VM an ein Socket zu binden

NUP-Minimum: 10 NUP pro Server.
Quelle: http://www.oracle.com/us/corporate/pricing/databaselicensing-070584.pdf

Premiersupport der SE1 und SE 12.1.0.1 läuft bis 01. September 2016
Lizenzmigration von SE1 auf SE2: keine Lizenzzusatzkosten, aber ein 20% Uplift auf den jeweils aktuellen Supportpreis bei der Migration.
Lizenzmigration von SE auf SE2: 1:1 Migration. Für den Kunden ändert sich preislich nichts.
Die DB SE1 und DB SE sind noch bis zum 30. November 2015 bestellbar. Danach nicht mehr.

Wann müssen bestehende Lizenzen der SE1 und/oder SE auf die SE2 migriert werden ?
Bei der Nutzung der DB Standard Edition bis maximal Version 12.1.0.1 reichen die Lizenzen der DB SE1 bzw. DB SE aus. Migriert man auf die Version 12.1.0.2 oder später auf eine höhere Version, sind dann die Lizenzen auf die DB SE2 zu migrieren.

Wenn ich DB SE2 kaufe, welche Version muss ich einsetzen ?
Da muss man eine Fallunterscheidung machen:
Kauft man SE2 ohne Support, darf nur die 12.1.0.2 oder eine zu einem späteren Zeitpunkt höhere Version eingesetzt werden, die dann mangels Support nicht mehr upgegraded werden darf.
Kauft man SE2 mit Support, darf auch eine ältere Version, also bspw. 11.2, eingesetzt werden.

Welche Kunden gewinnen dadurch ?
Die DB SE1-Kunden dürfen nach der Migration ein 2-Knoten RAC nutzen, das je einen Sockel entsprechend der oben genannten Definition für 1-Sockel-Server hat. Ob ein solches RAC mit 8 Threads pro Instanz ausreichend performt und ob Kunden das wollen, wird die Zukunft zeigen. Ich zweifle daran, denn diese Kunden haben ja bewusst DB SE1 gekauft, weil sie kein RAC nutzen wollten.

Welche Kunden verlieren was ?
Alle DB SE1-Kunden, denn die müssen nach der Migration 20% mehr Support für die DB SE2 zahlen.
Alle DB SE-Kunden, die 4-Sockel-Maschinen einsetzen. Das sind als physikalische DB-Server wahrscheinlicher eher weinige, aber in VMware-Clustern findet man solche Server öfter. Und in der VM läuft dann auch DB SE. Die müssen beim Einsatz der DB SE2, also ab Version 12.0.2 auf 2-Sockel-Server reduzieren. Prozessor rausziehen reicht nicht, denn die Anzahl der Sockel ist relevant.
Alle DB SE-Kunden, die ein RAC mit insgesamt 4 Sockets (2×2 oder 4×1) betreiben, denn die dürfen zukünftig nur noch ein 2-Socket RAC entsprechend oben genannter Definition betreiben.
Ggf. kann es auch zu Nachlizenzierungen kommen, denn die DB SE2 hat ja ein Minimum von 10 NUP pro Server. Bei DB SE1 und DB SE lag das Minimum bei 5 NUP pro Firma/Lizenznehmer. Dies gilt vor allem beim Einsatz von NUP-Lizenzen in virtualisierten Umgebungen, denn dort es es bilang bei SE1 und SE keine serverabhängige  Mindestlizenzierung.

Nachtrag: 19.10.2015:
Oracle hat bekannt gegeben, dass die Streichung der Zusatzkosten für den Extended Support bei DB 11.2 bis 31.05.2017 verlängert wird. Der kostenpflichtige Extended Support wird sogar bis 31.12.2020 verlängert. Aus Supportsicht kann man also seine DB SE1/SE 11.2 bis dahin betreiben.

Nachtrag: 07.02.2017:
Oracle hat bekannt gegeben, dass die Streichung der Zusatzkosten für den Extended Support bei DB 11.2 bis 31.12.2018 verlängert wird. Der kostenpflichtige Extended Support wird sogar bis 31.12.2020 verlängert. Aus Supportsicht kann man also seine DB SE1/SE 11.2 bis dahin betreiben.
Die Zusatzkosten bei Extended Support für DB 12.1 werden bis 31.07.2019 gestrichen.
Quelle: MyOracleSupport Doc ID 742060.1

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5 Antworten zu Weitere Informationen zur DB SE2

  1. Robert Schäfer schreibt:

    Hallo Herr Paege,

    vielen Dank für dieses interessante und hilfreiche Blogposting.

    Ein wesentlicher Punkt fehlt aber meiner Ansicht nach: mit der Einführung von „Standard Edition 2 (SE2)“ wird Oracle zukünftig kein preiswerteres Lizenzmodell mehr anbieten – ab Dezember 2015 ist die „Standard Edition One (SE1)“ nicht mehr lizensierbar. Möchte man dann den „Nachfolger“ SE2 lizensieren, so würden sich die Kosten einer Processor License gegenüber einer SE1 verdreifachen!

    Es ändern sich zwar einige Lizensierungsdetails mit der Einführung von SE2, aber in erster Linie möchte Oracle damit vermutlich einfach nur die Low-Cost-Option „SE1“ loszuwerden..

    Viele Grüße,
    Robert Schäfer

    • mpaege schreibt:

      Hallo Herr Schäfer,

      ja, das ist richtig, dass dann das preiswerteste Produkt – ausser der kostenfreien XE – wegfällt. Und das bedauere ich sehr.
      Nicht richtig, ist, dass die SE/SE2 dreimal so teuer sei wie die SE1. Bei EUR 304,– zu EUR 156,– (Listenpreis der Lizenz) ist sie „nur“ doppelt so teuer. ;o)

      Meines Erachtens liegt der Grund für diese Änderungen in der massiv voranschreitenden Leistungsfähigkeit der Prozessoren. Man kann aufgrund der Rechnerleistung heute mit der SE und teilweise SE1 Systeme betreiben, für die man früher Server mit mehr als 4 gefüllten Sockeln und damit die DB EE benötigte. Und diesem Trend wollte Oracle meines Erachten mit der Beschränkung auf 2 Sockel und 16 CPU-Threads entgegenwirken. Ob diese Rechnung aufgeht, wird die Marktentwicklung der nächsten 2 Jahre zeigen. Ich denke, dass zumindest im Mittelstand etliche (potentielle) SE1-Kunden zukünftig SQL-Server, Postgres oder MySQL nutzen werden.

      Viele Grüße
      Michael Paege

  2. Robert Schäfer schreibt:

    Hallo Herr Paege,

    ja richtig, bei einer Named User Plus-Lizensierung verdoppelt sich der Preis. Hingegen bei einer Processor-Lizensierung verdreifacht sich sogar der Preis (von $5800 auf $17500).

    Insbesondere auch für junge, kleine Unternehmen ist der Einstieg in die Oracle-DB-Welt zukünftig dann kaum noch zu stemmen. Womöglich werden sich aber auch über „Database As A Service“-Anbieter noch bessere, neue Alternativen ergeben.

    Viele Grüße
    Robert Schäfer

  3. Jan-Peter schreibt:

    Hat dies auf Jan-Peter's Weblog rebloggt und kommentierte:
    Es geht weiter. Trotzdem ist das Thema noch nicht zu Ende. Es sind viele Kunden davon betroffen.

  4. Pingback: DB 11.2: keine Zusatzkosten für Extended Support bis Mai 2017 | mpaege

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