Oracle änderte die Audit-Formulierung in den AGBs

Mit den immerhin schon im Frühjar 2019 herausgekommenen als AGB fungierenden OMA und TOMA v040119 hat Oracle die Audit-Klauseln geändert bzw. erweitert.

Folgende Absätze sind hinzugekommen:

Sie verpflichten sich, bei einer solchen Prüfung durch Oracle zu kooperieren sowie, soweit von Oracle in zumutbarem Umfang angefordert, angemessene Unterstützung und Zugriff auf Informationen zu gewähren. Eine solche Unterstützung umfasst unter anderem das Ablaufenlassen von Oracle-Datenmesswerkzeugen auf Ihren Servern und die Bereitstellung der daraus resultierenden Daten an Oracle.

Die Durchführung der Prüfung sowie dabei gewonnene, nichtöffentliche Informationen und Daten (einschließlich aus der Prüfung resultierender Feststellungen oder Berichte) unterliegen den Bestimmungen in Abschnitt 8 (Geheimhaltung) der Allgemeinen Vertragsbedingungen.

Quelle: TOMA v040119_DEU

 

Der erste Absatz definiert, dass Oracle die Nutzung auf den Servern messen möchte. In der Vergangenheit war nur das prinzipielle Audit-Recht Bestandteil der entsprechenden Verträge, so dass Kunden die Vermessungen ggf abgelehnt haben. Diesem Vorgehen will Oracle nun einen Riegel vorschieben. Was genau mit „Oracle-Datenmesswerkzeugen“ gemeint ist, ist nicht näher definiert. In der Praxis erwarte ich aber keine Änderung im Unterschied zum bisherigen Vorgehen beim Audit: Man nutzt das LMS Collection Tool von Oracle. Wenn der Kunde hierzu den Oracle Enterprise Manager oder ein verifiziertes Tool (z.B. Flexera, Nova Ratio, Aspera SmartCollect, … (siehe https://www.oracle.com/corporate/license-management-services/tooling.html) einsetzt, werden dessen Ergebnisse akzeptiert. Und man kann mit entsprechendem Aufwand auch mit Oracle sein nicht-verifiziertes Tool (In-House entwickelt, Snow, …) nutzen, wenn man vorher mit Oracle gemeinsam beweist, dass dieses die selben Ergebnisse erzeugt wie das LMS Collection Tool.

Der zweite Abschnitt erinnert an die Vertraulichkeit der Audit-Ergebnisse, was eigentlich bereits in Abschnitt 8 geregelt wird. Ob dieser Passus generell haltbar ist, wird unter Juristen diskutiert, denn es gibt ja auch die berechtigte Forderung, dass ein Kunde sich fachlich versierte Unterstützung z.B. durch einen Anwalt und/oder Lizenzberater holen können muss.

 

Die Änderung des Audit-Abschnitts ist in D, A und CH leicht unterschiedlich ausgefallen, woraus ein Lizenzberater im Herbst des vergangenen Jahres ein größeres Thema gemacht hat. Die DOAG hat durch die Anwälte des DOAG Legal Council (ebenfalls, aus D, A und CH) die Unterschiede prüfen lassen. Die Anwälte sind zu dem Schluss gekommen, dass es zwar Übersetzungsuntreschiede gibt, weil eben 3 unterschieliche Menschen/Muttersprachler übersetzt haben, dass das aber keinerlei rechtliche Auswirkungen/Unterschiede hat.

 

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VMware hat nun auch die Multicore-Prozessoren entdeckt

Mal nicht direkt was zu Oracle-Lizenzierung, sondern zu VMware.

Lt diesem Artikel vom ITAM Review (itassetmanagement.net) ändert VMware aktuell die Prozessor-Lizenzierung.

Nach der bislang geltenden Regelung, war ein Prozessor ein Prozessor (das ist nicht überraschend), unabhängig davon, wieviele Cores sich auf ihm befinden. Ab 02.04.2020 (warum nur nicht ab 01.04. ? ;o)  ) darf ein solcher Prozessor nur noch maximal 32 physikalische Cores haben. Hat eine CPU nun aber bspw. 40 Cores, so sind dafür bei VMware zwei Prozessoren zu lizenzieren.

Die 32 Core-Grenze klingt zwar erstmal hoch angesetzt, aber aktuell sind wir schon bei 56 bzw 64 Cores pro CPU bei Intel und AMD angekommen. Und wie wir die Hersteller kennen: Tendenz steigend.

Die vertragliche Situation, und warum es über kurz oder lang jeden Kunden treffen wird,  ist im oben verlinkten Artikel sehr gut beschrieben. In Kurzform: Vmware hat hier nicht einseitig die Verträge geändert, aber durch den Bezug von jeweilig eingesetzter Version und dem jewieligen Product Guide, der die Prozessorbestimmung enthält, lässt man sich bspw beim upgrade auf eine neue Version auch auf die geänderten Lizenzbedingungen ein.

 

Ich stelle gerade fest, so ganz ohne Oracle geht’s auch hier nicht: diese galoppierende Core-Anzahl pro CPU ist natürlich auch für Oracle-Kunden (oder Oracle ?) zunehmend ein Problem, zumal bisher im x86-Umfeld nur Oracle VM und demnächst der Nachfolger Oracle Linux VM (OLVM) als Hardpartitioning anerkannt wird, bei dem man nur die zugewiesenen Cores lizenzieren muss.

 

 

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Neues zu den Ex-Optionen „Spatial and Graph“ sowie „Advanced Analytics“

Wie hier schon beschrieben, sind die Funktionalitäten von den ehemals kostenpflichtigen Optionen „Spatial and Graph“ sowie „Machine Learning“ (früherer Name „Advanced Analytics“) in die Funktionalität der DB gewandert. Bei Ankündigung am 06.12. galt dies ab Version 12.2. Nun hat Oracle hier noch etwas nachgebessert: für beide Ex-Optionen gilt folgendes

  • DB 11.2: nur in DB-EE enthalten
  • DB 12.1 und höher: in DB-SE2 und DB-EE enthalten
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Oracle DB: Extended Support für 12.1.0.2 um ein Jahr verlängert bis 07.2022

Oracle hat bekannt gegeben, dass der kostenpflichtige Extended Support für die DB 12.1.0.2 um ein Jahr bis Juli 2022 verlängert wird.
Siehe:

Extended Support for Oracle Database 12.1.0.2 extended


https://support.oracle.com/epmos/faces/DocumentDisplay?id=742060.1
http://www.oracle.com/us/support/library/lifetime-support-technology-069183.pdf

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„Spatial and graph“ und „Advanced Analytics“ sind jetzt Bestandteil jeder Oracle DB Edition

Oracle hat mit der gestern erschienenen Preisliste und angepassten Database Licensing Information Dokumenten die ehemaligen kostenpflichtigen Zusatzoptionen „Spatial and Graph“ sowie „Advanced Analytics“ (neuer Name „Oracle Machine Learning“) von der Preisliste entfernt und in alle Editionen der Datenbank integriert.

Dies gilt lt. Oracle auch rückwirkend für alle Versionen, bei denen dies in der Database Licensing Information dokumentiert wurde. Stand heute (06.12.2019 12:00 Uhr) sind dies die Versionen 12.2, 18c und 19c.

 

 

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Java und das Hosting Recht

Auf der DOAG Jahreskonferenz 2019 kam die Frage auf, ob Java Subscriptionen auch ein Hosting-Recht bekommen können.

Dies konnte ich mittlerweile klären:

  • Proprietary Application Hosting (PAH), also das Zurverfügungstellen einer (eigenen) Application für multiple Kunden, ist möglich. Hierzu existiert auch der entsprechende Java-PAH-Fragebogen.
  • On behalf of Hosting ist nicht möglich.
  • Die Subscriptions sind nicht für Application Specific Full Use (ASFU) Lizenzierung oder Embedded Software Lizenzierung ( ESL) vorgesehen.

 

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Fail Safe ist ab Version 19c „deprecated“

Fail Safe, die Failover-Lösung von Oracle für Windows-Cluster, ist deprecated.
Siehe Blog von Mike Dietrich, Oracle Master Product Manager.

Deprecated bedeutet, dass es jetzt noch voll supportet wird, Oracle hiermit aber schonmal ankündigt, dass das Feature in zukünftigen Versionen ggf. nicht mehr supportet oder gar verfügbar sein wird. Mit anderen Worten: bei aktuellen und zukünftigen Architekturentscheidungen sollte man Fail Safe nicht mehr berücksichtigen, und bei gegebenen Fail Safe Architekturen soll man allmählich über die Ablösung dieses Features nachdenken ohne allerdings hektisch werden zu müssen.

 

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